Autos

7 Tipps für das Fotografieren von Autos

  1. Die richtige Tageszeit

    Der wohl häufigste Fehler, der beim Fotografieren von Autos gemacht wird, ist die Wahl der falschen Tageszeit. Die beste Zeit zum Fotografieren ist am späten Nachmittag, oder ein paar Minuten nach Sonnenuntergang. Aber auch am frühen Morgen oder gar ein paar Minuten vor Sonnenaufgang.

    Beispiel:

    Das folgende Foto hatte ich auf einem Parkdeck in der Mittagszeit aufgenommen. Einen Tag zuvor wurde der GTI tiefergelegt und ich konnte es nicht erwarten, ein paar Fotos zu „knipsen“. Das Ergebnis ist katastrophal. Verwaschene Farbe und die Schmutzflecken auf dem Lack. Allein die Perspektive ist vielleicht ansprechend.

    Auto zur Mittagszeit auf dem Parkdeck
    Am Abend nach der Arbeit kam ich wieder zurück. Und das dann entstandene Foto weist ein wesentlich stimmungsvollere Atmosphäre auf; (die Schmutzflecken sind nicht mehr zu erkennen). Schade, dass ich nicht die selbe Perspektive wie in dem voran gegangenen Bild erwischt habe. Aber das ist ein anderes Thema, hier geht es ja um die Lichtverhältnisse.

    Auto am Abend auf dem Parkdeck 

  2. Reflexionen

    Sie müssen sehr vorsichtig sein, was sich im Auto widerspiegelt. Sehen Sie sich um und schauen Sie, was sich auf der Oberfläche der Karosserie oder in den Fenstern spiegelt. Besonders ein sauberes, neuwertiges und dunkles Auto wirkt wie ein Spiegel. Vermeiden Sie das Fotografieren an Orten, an denen sich Gebäude oder Bäume hinter Ihnen befinden. Besser ist ein weiter freier Raum, wie zum Beispiel ein Feld.

    Achten Sie auch darauf, dass Sie nicht Ihr eigenes Spiegelbild im Foto haben. Sollte sich das aufgrund der Perspektive nicht vermeiden lassen, ist es immer noch besser, ein Stativ einzusetzen, den Selbstauslöser zu aktivieren und sich vor dem Auslösen zu entfernen.

    Wie eingangs schon erwähnt, hilft ein Polarisationsfilter, die Sättigung etwas zu erhöhen und teilweise Reflexe zu minimieren.

    Spiegelungen lassen sich bis zu einem gewissen Grad auch nachträglich mit einer Bildbearbeitungssoftware entfernen. Ich benutze hierzu das „Klonen“-Werkzeug des kostenlosen Image Editors GIMP.  Mit einem Stempel kann man hiermit ausgewählte Bildbereiche an die Stelle kopieren, an der störende Spiegelungen, Schmutzfecken oder auch Aufkleber, wie zum Beispiel die Feinstaubplakette vorhanden sind.

    Beispiel für das „Klonen“-Werkzeug:

    Im folgenden Bild sehen Sie bei dem roten Golf GTI auf der Heckscheibe das Spiegelbild eines Laternenpfahls. Das ließ sich in dieser vorher nicht geplanten Situation leider nicht vermeiden. Ich war froh, überhaupt den Parkplatz neben dem roten GTI zu bekommen.

    Autos Original
    Das störende Spiegelbild wurde mit der Bildbearbeitungssoftware GIMP nachträglich „übermalt“, indem benachbarte Bildbereiche des Heckfensters als „Malpinsel“ eingesetzt worden. Außerdem wurden Teile des Kfz-Kennzeichens entfernt, der Himmel ausgeschnitten und separat verdunkelt, um eine dramatischer wirkende Stimmung zu schaffen.

    Autos nach Bearbeitung
    Weitere Bilder aus dieser Fotoserie können Sie in der Galerie VW Golf VI GTI & VII GTI sehen.

  3. Fahraufnahmen

    Coole Fahraufnahmen lassen sich erstellen, wenn das Auto aus einem anderen, sich bewegenden Fahrzeug aus fotografiert wird. Ein gutes Ergebnis kann erzielt werden, wenn das Motiv durch das geöffnete Fenster bei einer Fahrgeschwindigkeit von ca. 40 km/h bis 50 km/h mit einer Vorwahl der Verschlusszeit von 1/100 Sekunde abgelichtet wird. Durch die Bewegungsunschärfe in der Umgebung, auf der Straße und den Räder kommt Dynamik ins Bild.

    Längere Belichtungszeiten sind möglich, allerding erhöht das die Gefahr eines unscharfen Motivs.

  4. Der Hintergrund

    Natürlich soll der Hintergrund zum Auto und zum Thema passen. Vermeide Dinge im Hintergrund, die das Auge des Betrachters vom eigentlichen Motiv ablenken. Andere Autos, Mülltonnen, Stromleitungen zerstören ein gutes Foto. Zur Not kann man die Tiefenschärfe durch eine entsprechende Vorwahl der Blendenöffnung oder eine längere Brennweite so beeinflussen, dass Autos im Hintergrund unscharf dargestellt werden.

  5. Panning für Bewegungsunschärfe

    Mit Panning bezeichnet man das sogenannte Mitziehen. Es handelt sich um eine Technik in der Fotografie, bei welcher der Fotograf mit der Kamera dem bewegten Objekt folgt und es dabei fotografiert. So kann erreicht werden, dass das bewegte Objekt auch bei einer relativ langen Verschlusszeit weitgehend scharf erscheint, während die Umgebung aufgrund der Bewegungsunschärfe verwischt dargestellt wird.

    Die Fahrgeschwingkeit kann wie oben beschrieben gewählt werden, also ca. 50 km/h, die Belichtungszeit darf etwas kürzer sein (1/125 s). Außerdem sind längere Brennweiten, z.B. 200 mm, empfehlenswert.

    Panning BMW E60 Fahraufnahme

  6. Nachtaufnahmen

    Ich gebe zu, das meine Ergebnisse bisher eher entmutigend waren, dennoch möchte ich dieses Thema auch kurz anschneiden. Das große Geheimnis für gelungen Nachtaufnahmen besteht darin, einen Ort zu finden, der komplett dunkel ist. Lichter von Straßenlaternen, Leuchtreklamen usw. machen einem das Leben schwer.
    Falls nun ein solcher Ort gefunden wurde, wird die Kamera auf ein Stativ gesetzt, der ISO-Wert auf 100, die Verschlusszeit auf 30 Sekunden und die Blendenöffnung auf f/9 eingestellt.

    Sobald die Blende öffnet, läuft man mit einem konstanten Spotlight (z.B. Taschenlampe) um das Auto herum, wobei man die Karosserie anleuchtet („bemalt“). Bei dieser Technik kann man seinen Ideen freien Lauf lassen, weitere Regeln als die zuvor genannten gibt es nicht zu beachten.

  7. Im Zweifel lieber knapper belichten

    Belichten Sich im Zweifelsfall lieber ein wenig knapper als zu reichlich. Bei der Nachbearbeitung eines digitalen Fotos lässt sich aus unterbelichteten Bereichen auf dem Foto nämlich mehr herausholen als aus verwaschenen Lichtern. Viele Bildbearbeitungsprogramme bieten hiefür spezielle Funktionen an.

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