Lost Places – Thüringen

Lost Place: Kinderheim „Hilde Coppi“

Das Heim wurde 1892 gebaut und zunächst als Anstalt für Taubstumme genutzt. Nahe Angehörige, die hier in der näheren Umgebung aufgewachsen sind, haben mir erzählt, dass dieses Kinderheim einen schlechten Ruf hatte und somit oft als „Abschreckung“ für nicht artige Kinder galt. 30 Jahre nach der Eröffnung erweiterte man den bestehenden Bau um zwei weitere Häuser. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Heim nach Hilde Coppi benannt. 

Hilde Coppi war eine deutsche Widerstandskämpferin zur Zeit des Nationalsozialismus. Sie gehörte gemeinsam mit ihrem Mann Hans Coppi zur „Roten Kapelle“. Das Ehepaar Coppi wurde 1942 verhaftet und zum Tode verurteilt. Am 5. August 1943 wurde Hilde Coppi in Berlin-Plötzensee durch das Fallbeil enthauptet.

Vandalismus ist in fast jedem Lost Place anzutreffen und es gibt selten Ausnahmen. So ist es leider auch hier. Zum Zeitpunkt unseren Besuchs waren so gut wie keine Motive mehr zu finden, die an Kinder, die hier untergebracht waren, erinnert hätten. Zerstörte Scheiben, heruntergerissene Tapeten und Lampen, ausgehebelte und zertretene Türen, zerstörte Öfen und sanitäre Einrichtungen.